Vorlesen: Der Schlüssel zu einer magischen Welt

Kinderbücher (c) Kathrin Eß 2016Ich bin Mama eines kleinen Bücherwurms. Mit ihren 18 Monaten ist Buch nach Mama und Papa, Ja und Nee, das wahrscheinlich meist gebrauchte Wort meiner Tochter. Bei ihr ist das allerdings vor allem ein Aufruf. Beim Essen, auf dem Töpfchen, vor dem Schlafengehen, morgens, nachmittags, abends – wenn mein Mini-Töchterchen „Buch!“ ruft, dann ist das ein Aufruf an uns ein Buch mit ihr anzusehen und vorzulesen. Mitunter ist sie dabei wirklich fordernd. Sie liebt ihre Bücher und möchte am liebsten ständig ihre Nase hineinstecken.
Ich bin darüber natürlich wahnsinnig stolz. Stolz, weil sie Bücher schon jetzt genauso sehr liebt wie ich. Stolz, weil sie schon so viel versteht, wenn ich ihr etwas vorlese. Natürlich kann ich viele der Bücher inzwischen auswendig mitbeten und schlafe nachmittags sogar manchmal beim Vorlesen ein. Aber trotzdem bin ich immer ganz verzaubert, wenn ich meinem Töchterchen etwas vorlesen darf. Verzaubert von ihrem Interesse und ihrer Begeisterung. Verzaubert von der Nähe und Zeit, die wir beim Lesen teilen. Verzaubert von den tollen Texten und Bildern. Es ist wirklich gar kein Wunder, dass meine Tochter es so liebt.
Doch natürlich kommt die Liebe zu Büchern auch nicht von ungefähr. Wir sind eine Familie mit vielen Büchern. Mein Mann ist Sprachwissenschaftler, ich Medien- und Kulturwissenschaftlerin. Wir sind beide große Fantasy- und Science Fiction-Fans. Bücher liegen bei uns neben dem Bett. Bevor bei uns das Licht ausgeht, wird bei uns gelesen. Basta! 😉
Wörter zu hören bildet das Sprachvermögen. Wörter zu lesen erweitert den Geist, das Wissen, die Fantasie, den Sinn für das Selbst. Es ist also quasi selbstverständlich, dass ich meiner Tochter auch schon Bücher „vorgelesen“ habe als sie nur solche ohne Wörter zur Verfügung hatte. Generell glaube ich nicht, dass zum Vorlesen geschriebene Wörter von Nöten sind. Schon als Mini-Baby habe ich meinem Kindlein die Welt „vorgelesen“, ihr Dinge gezeigt und dann erzählt, wie sie heißen, was sie bedeuten. Im Gegenzug hat meine Tochter uns auch schon früh gezeigt, dass sie vieles versteht – und jeden Tag wird es mehr. Auch jetzt, wenn ich ihr aus Büchern vorlese, höre ich nicht auf zu erklären, den Kontext „vorzulesen“ bis sie mir signalisiert, dass sie ihn begreift. Denn wer das Gelesene verstehen will, muss auch lernen zwischen den Zeilen zu lesen, und genau das will ich ihr vermitteln.
Ich sehe es also gleichzeitig als Pflicht und Kür seinem Kind die Welt der Worte zu zeigen. Vorlesen tut Kindern gut, weil wir es sind, die Ihnen diese Welt eröffnen. Eine Welt, die viel mehr ist als nur Buchstabenreihen und Laute. Es ist eine magische Welt, die nur dem Leser gehört. Wir können für unsere Kinder der Schlüssel dazu sein, wenn wir ihnen regelmäßig vorlesen.


Dies ist ein Beitrag zur Blogparade mit dem schönen Thema Vorlesen von Kuchen, Kind und Kegel.

Das Lieblingsbuch meiner Tochter ist übrigens schon seit Wochen das Pixi-Buch „Wo sind meine Kuscheltiere?“, eine supersüße Gute-Nacht-Geschichte geschrieben und illustriert von Anne-Marie Frisque, erschienen im Carlsen Verlag

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2 Gedanken zu “Vorlesen: Der Schlüssel zu einer magischen Welt

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